Donnerstag, 4. September 2014

Die Hinfahrt- Ein Potpourri der Emotionen

Für gewöhnlich pflegt der gemeine  Homo sapiens sapiens in Anwesenheit neuer Charaktere eine Mischung aus schweigender Befangenheit und stockendem Small-Talk an den Tag zu legen. Nicht so bei Lena und mir.
Lena, das ist ein Mädchen aus Homburg am Main, welches das gleiche Schicksal wählte, nach Quarto Inferiore zu gehen und, die ich nun laut skypend durch meine Wand über Pasta und ihren Tagesablauf zu hören vermag. Aber hier sind wir noch lange nicht…
Zunächst musste ich mir Gedanken machen, wie ich aus dem verschlafenen Erzgebirge in die Hauptstadt der Romagna-Emilia-Region kommen könnte. Mehr und mehr verursachte dieses Thema kalten Schweiß auf meinem Rücken. Doch mitten im größten Stress und der lechzenden Suche, nach einem günstigen Flug stieß mich meine Ansprechpartnerin Janina mit der Nase auf die einfachste Möglichkeit:
„Sag mal Max, die Lena fährt doch mit dem Auto, könntest du da nicht mitfahren?“

Gesagt, getan. An dieser Stelle vielen Dank an dich, Lena. Nachdem ich die letzten 2 Wochen so intensiv, wie möglich mit meinen Nächsten verbracht hatte, sei es durch diverse Cafe‘- oder Eisdielenbesuche, sei es durch stundenlange Spaziergänge oder jene Abschlussfete in der Martin-Luther-Kapelle, verwandelten sich die verregneten, erzgebirgischen Straßen  im Rückfenster des roten Ford Fiestas, in nostalgisch gefärbte Erinnerungsfetzen.
Würzburg hieß das zunächst Ziel, genauer gesagt Homburg am Main. Nach einer kurzen Familienzusammenführung und einer kostenlosen Weinberg-Besichtigung musste ich auch die letzten meiner Liebsten verabschieden und sie davonfahren lassen. Noch einen Abend lang konnte ich die Vorzüge der Familie Dornbusch genießen, dann setzte sich der graue Opel Corsa in Richtung Bologna in Bewegung.
Und hierbei wären wir wieder beim Thema: Zwar hatten wir schon während des Seminars in Wabern miteinander zutun, doch jetzt lernten wir uns erst so richtig kennen, in allen Variationen. Seneca hat einmal gesagt: „Wenn du die wahre Beschaffenheit von etwas kennenlernen willst, gib ihr Zeit[…]“, ich möchte dazu ergänzen: „[…] oder ein Navigationsgerät, das dich falsch leitet“. Anfangs noch ein wenig geknickt von dem Abschied, schlug unsere Laune schnell um, nachdem wir, statt auf der Schnellstraße nach Garmisch-Partenkirchen, ins tiefste bayrische Nirwana verschlagen wurden. Während Lena in einem Wutanfall beständig auf ihr Navigationsgerät eindrosch, bevorzugte es ich lieber furchtsam die Klappe zu halten.
Letztlich erreichten wir dann aber doch die österreichische Grenze, leider ließ das nächste Problem nicht lange auf sich warten... Während mir immer wieder die Augen zufielen, beschwerte sich  Lena, dass ich dösen würde, obwohl sie müde fahren musste. Ich gab mir wirklich Mühe… und schlief nach einer halben Stunde doch ein. Gerade als ich aufwachte, hörteich die Worte: „Jetzt sind wir in Italien!“ und ohne uns anzuschauen drehte ich die Musik laut und wir mussten lachen.
Es wohl selten, so viele unterschiedliche Charakterzüge in so kurzer Zeit kennenzulernen, doch ich glaube, gerade das wird uns im gemeinsamen, kommenden Jahr zusammenschweißen und tragend sein. Ich zumindest, bin mir sicher, dass solch einer aufregenden Hinfahrt, nur eine grandiose Zeit bevorstehen kann.

1 Kommentar:

  1. Lieber max, es freut mich was wieder von dir zuhören!:)
    Es freut uns das du gut angekommen bist in Bologna! Viel Spaß dir in nächster Zeit! :) lg kornelius u anna

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