„Klingelst du bitte?“
Eine Autotür öffnet sich und wird wieder geschlossen.
Schritte sind zu hören.
„Soll ich die obere oder die untere Klingel betätigen?“
„Keine Ahnung, probier es einfach aus!“
RING. RING.
Stille.
Eine Stimme meldet sich. „Aah, Maximilien e Lena. Entrare,!“
Quietschend öffnet sich ein Tor und ich betrete zum ersten
Mal das Gelände der Communita‘ „arcobaleno“ Quarto Inferiore. Der erschöpfte
Opel Corsa fährt in seinen Bestimmungsort ein und platziert sich ein wenig
schief in einer Parklücke.
Fast, als gehörten wir schon immer zu jener
Lebensgemeinschaft werden wir gebeten, am Tisch einen Platz zu suchen und
Sekunden später werden uns schon die Teller vollgepackt. „Just for you, we made
a German meal.“, erklärt uns Ana, eine Freiwillige aus dem Westen Portugals. Ich
betrachte meinen beladenen Teller. Und muss schmunzeln. Der Fisch, überbacken
mit Tomate und Käse, die Kartoffeln, gebacken mit Rosmarin und das Kraut, in
einer Art und Weise, wie ich es noch nie gegessen habe. Deutsche Esskultur
mediterran interpretiert.
Doch mehr als dieser herzliche Empfang wird mir wohl jenes
Naturphänomen kurz darauf in Erinnerung
bleiben, was mir endgültig das Gefühl gab, angekommen zu sein. Gerade als wir
das Abendessen beendet hatten, sprangen plötzlich alle Bewohner auf und bewegten
sich in Richtung Fenster. Ich fragte
mich, was wohl los sei und dann entdeckte ich es:
Ein Regenbogen, quer über
ganz Bologna, hatte sich aufgetan und nahezu in seiner Mitte ein zweiter, in
die die jeweils entgegengesetzte Richtung. Ein wenig erinnerte dieses
Schauspiel an ein Zeltgerüst.
Wie wundersam dieser Moment war, wurde mir erst an jenem
Abend klar, da mir einfiel, was „ARCOBALENO“, der Name der Lebensgemeinschaft,
übersetzt bedeutet. Er bedeutet „Regenbogen“.

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